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Ausprobiert - der Sion von Sono Motors

Ausprobiert - der Sion von Sono Motors
von Stefan Kaufmann 27. Oktober 2017 1812 Anzeigen Keine Kommentare

Sono Motors hat diese Woche alle Interessierten nach Zürich eingeladen um die Prototypen des Sion fahren und besichtigen zu können. Nachdem ich darüber schon einiges gelesen habe, war ich gespannt wie sich der Sion in der Realität präsentieren würde. Ziel der Gründer von Sono Motors ist es, ein praktisches und vielfältig nutzbares Elektroauto zu attraktiven Konditionen 2019 auf den Markt zu bringen. Die wichtigsten Merkmale sind:

- 5 Sitzer mit praktischer Ladefläche
- 22kW on-board AC-Lader, CCS Ladebuchse für 50kW DC-Ladung
- Bi-direktionales Laden, Anhängerkupplung
- 35 kWh Batteriekapazität für breites Einsatzspektrum
- Am Fahrzeug verbaute PV-Module erzeugen bis zu 4kWh Strom / Tag (ca. 30km Reichweite)
- Preis 16'000 Euro / Batterie max. 4000 Euro

Ausstattungsmerkmale die sich schon so manch einer an seinem Elektroauto gewünscht hat.

Test Drives

Der Test Drive Event war gut organisiert und fand an der Aargauerstrasse in Zürich statt. Wie schon an anderen Standorten waren beide Prototypen vor Ort. Die gestaffelten Testfahrten mit jeweils einem Fahrzeug ermöglichten es allen Anwesenden den anderen Sion im Detail zu begutachten. Anwesende Sono Mitarbeiter waren sehr hilfsbereit und gaben geduldig fachkundige Antworten auf die vielen Fragen.

Erfolgreicher Start

Was mich beeindruckte war die Tatsache dass in relativ kurzer Zeit ein fahrbereiter Prototyp entwickelt werden konnte. Eine tolle Leistung!
Das Crowdfunding welches über 800‘000 Euro generierte kann als sehr erfolgreich bezeichnet werden. Der Betrag reichte allerdings nicht um den Bau der beiden Prototypen zu ermöglichen. Weitere gut vernetzte Investoren aus der Branche (u.a. ein Fahrzeugteile-Zulieferer) waren zusätzlich nötig um dieses Zwischenziel zu erreichen.

Der Sion

Die Testfahrt im Sion dauerte nur ca. 5 Minuten oder in anderen Worten zu kurz um konkrete Aussagen über das Fahrzeug machen zu können. Aber der SION absolvierte den Testparcours souverän. Er verhielt sich so wie man das von einem Elektroauto gewohnt ist oder erwarten könnte.

Das Äußere des Wagens hat mir gut gefallen. Schlicht und unaufgeregt kommt er daher und die angebrachten Solarpanels sind passend platziert. Damit dürften sich viele schnell anfreunden. Der Innenraum ist modern und aufgeräumt. Alle Einstellungen zum Infotainment-System werden über das zentral montierte Tablet getätigt. Die im Prototyp verbauten Plastikverkleidungen und Bezüge wirken einfach, jedoch praktikabel. Da und dort erkennt man dass es Einzelanfertigungen sind respektive noch nicht das Serienmodell widerspiegeln. Gemäss Aussage eines Mitarbeiters soll die finale Version des Sion dem gezeigten Prototypen weitgehend entsprechen. Details werden jedoch noch besser und sauberer verarbeitet sein.


Sehr positiv ist mir die hintere Ladeklappe auffallen. Diese macht die Ladefläche in der Breite voll nutzbar. Durch das Abklappen der Rücksitze ergibt sich ein ansprechend großer Laderaum. Wie geschaffen für Kinderwagen, Sportausrüstung, Werkzeuge u.v.m.

Gesamteindruck

Das Auto hat das Potential eine bestehende Angebotslücke zu füllen. Der Sion punktet vor allem dort wo sich gestandene Hersteller oft schwer tun: Einfaches gehaltenes Fahrzeug, ohne jedoch bei wichtigen E-Auto Ausstattungsmerkmalen wie z.B. Lademöglichkeiten zu knausern. Er dürfte vor allem für Käufer interessant sein die ein praktisches, kostengünstiges und umweltfreundliches Fahrzeug suchen. Wer will dies nicht ;-)

Alle drei Anforderungen erfüllt der Sion ganz gut.
Praktisch ist er deshalb weil er eine vielfältige Nutzung (Lade- / Entlademöglichkeiten, Anhänger, Platzverhältnisse) zulässt.

Kostengünstig dürfte der Sion werden weil Sono Motors konsequent auf einfache Strukturen setzt. So soll es nur eine Fahrzeugvariante geben und für den Bau bereits am Markt erhältliche Teile verbaut werden. Durch den Verzicht auf ein Händlernetz können zusätzlich Kosten eingespart werden.

Die Ökobilanz des Sion dürfte sich ebenfalls sehen lassen, u.a. auch weil er einen beachtlichen Teil seines Energieverbrauchs durch die am Fahrzeug befestigten Solarzellen selber aufbringen kann. Zudem ist er für Car- und Ride Sharing Applikationen bereits vorbereitet.

Insgesamt sehe ich das Projekt als sehr ambitiös an doch bis anhin scheint das Sono-Team vieles richtig gemacht zu haben. Zudem sprechen einige Faktoren für eine weitere positive Entwicklung des Projektes. Dabei helfen dürfte auch der aktuelle Zeitpunkt. Denn der Markthochlauf hat eben erst begonnen und das Interesse an Elektroautos steigt rasant an.

Weitere Infos:

Factsheet des Sion

Wer das Projekt aktiv unterstützen möchte hat verschiedene Möglichkeiten:
- Reservierung eines Sion
- Crowdinvesting-Kampagne

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